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Agavensirup statt Zucker
Haushaltszucker (Saccharose) stellt seit jeher einen Zankapfel im Ernährungsbereich dar. Obwohl immer wieder versucht wird, von wissenschaftlicher Seite die Harmlosigkeit des Haushaltszuckers darzulegen, sprechen gewichtige Argumente dafür, ihn konsequent zu meiden. Zucker bewirkt im Verdauungstrakt ein Milieu, bei dem es leicht zu Gärungen kommen kann. Das fördert die Verbreitung unerwünschter Darmkeime, die letztlich den Stoffwechsel und das Immunsystem beeinträchtigen. Untersuchungen zeigen ferner: Zuckerkonsum verschlechtert die Ernährung der Darmwandzellen.

Honig ist ebenfalls weniger geeignet, weil er säuert. Generell sollten Süßungsmittel nur maßvoll verwendet werden.

 

Gedünstetes statt rohes Gemüse (Paprika, Lauch, Zwiebeln)
Rohkost wird bei entzündlichen Erkrankungen des Verdauungstraktes oft schlecht vertragen. Auch Patienten mit Störungen der Gallenblasenfunktion reagieren darauf häufig mit Blähungen oder Druckgefühl im rechten Oberbauch. Dünsten und Garen im Wok verbessern hingegen die Bekömmlichkeit von Gemüse erheblich. Läßt die Entzündung nach, kann der Anteil an Rohkost in der Nahrung allmählich gesteigert werden.

 

Pflanzenfett (unerhitzt) und Butter statt erhitzte (tierische) Fette
Erhitzte tierische Fette wirken entzündungsfördernd (siehe unten). Butter hingegen, aus überwiegend kurzkettigen gesättigten Fettsäuren bestehend, wird in der Regel auch bei einem empfindlichen Verdauungstrakt gut vertragen. Ansonsten sind bei Darmerkrankungen unerhitzte Pflanzenfette aus kalter Pressung zu bevorzugen.

 

Lamm, Geflügel oder kein Fleisch statt Schweinefleisch und Räucherwaren
Gesättigte tierische Fette können entzündliche Reaktionen der Darmschleimhaut begünstigen und möglicherweise dadurch auch einen Nährboden für bösartige Entartungen schaffen. Das gilt besonders für denaturierte Fette, wie sie in Wurstwaren enthalten sind. Räucherwaren wie Brühwürste oder Schinken enthalten oftmals Nitritpökelsalze. Sie führen im Körper zur Bildung von Nitrosaminen, die ebenfalls zu den potentiell krebsauslösenden Substanzen zählen.

Fleisch- und Wurstprodukte liefern Arachidonsäure, die Entzündungsreaktionen begünstigen.

Schonend zubereitetes Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung bereitet in der Regel auch bei Magen-Darm-Erkrankungen keine gravierenden Verträglichkeitsprobleme. Allerdings sollte Fleisch generell nur in Maßen verzehrt werden.

 

Melonen und Mangos statt Äpfel und Citrusfrüchte
Die Empfehlung, im Rahmen einer gesunden Ernährung viel frisches Obst zu verzehren, gilt für den Magen-Darm-Patienten nicht. Insgesamt sollte der Verzehr von rohem Obst stark eingeschränkt werden. Besonders Äpfel sind aufgrund ihres Säuregehaltes alles andere als geeignet.

 

Feinkrumiges statt grobkörniges Brot
Vor allem grobkörniges Brot wirkt gär- und damit blähfreudig. Bei den Brotsorten sollten daher feinkrumige Brote (Grahambrot oder Vollkornknäcke) bevorzugt werden. Brot aus angekeimtem Getreide ist ebenfalls bekömmlich.
Abgesehen von Patienten mit Zöliakie, einer Unverträglichkeit gegenüber Klebereiweiss (Gluten) im Getreide, kann sich auch bei Patienten mit Verdauungsstörungen, die glutenhaltige Getreidesorten meiden, manchmal das Befinden bessern. Glutenhaltig sind Roggen, Weizen, Dinkel, Hafer, Grünkern und - in geringem Umfang - Wildreis. Glutenfrei sind Hirse, Reis, Mais, Amaranth, Quinoa und Buchweizen.

 

Dinkelschleim und Hirsebrei statt Müsli und Frischkornbrei
Dem Müsli wird oft Obst beigemischt. Diese Kombination ist oft gärfreudig und deswegen alles andere als "leicht" verdaulich. Patienten mit angeschlagenem Verdauungstrakt können das bestätigen. Dinkelschleim - sofern Gluten verträglich ist - oder Leinsamenschleim (dreimal täglich einen Becher) hingegen wirkt beruhigend auf die Schleimhaut und damit sogar im akuten Schub entzündlicher Darmerkrankungen reizlindernd und beruhigend.

 

Pellkartoffeln statt Pommes frites und Chips
Kartoffeln sind generell ein schmackhaftes und gesundes Nahrungsmittel. Auch bei Störungen des Verdauungstraktes sind sie daher in Form von Pellkartoffeln, besonders auch als Kartoffelbrei, gut geeignet. Die positiven Eigenschaften der Kartoffel werden allerdings durch Verarbeitungsprozesse, etwa zu Chips oder Pommes frites, zunichte gemacht.

 

"Gelber" und "grüner" Tee statt Kaffee, Schwarztee und "roter" Tee
Kaffee reizt aufgrund seiner Röststoffe die Schleimhäute von Magen und Darm.
Durch Zugabe von Sahne kann die Reizwirkung etwas abgemildert werden. Auch "rote" Tees wie Hagebutte-, Malven- oder Früchtetee säuern und sind daher vor allem bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen ungeeignet. Besser sind dagegen: "gelbe" Teesorten wie Kamille-, Fenchel- oder Melissentee. Sie wirken krampflösend, beruhigend auf die Schleimhaut und antientzündlich.

 

Kräuter statt scharfer Gewürze
"Scharfe" Gewürze wie Cayennepfeffer oder Kreuzkümmel regen den trägen Verdauungstrakt an, da sie Verdauungssäfte "locken".
Bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen reizen sie jedoch. Speisen sollten daher dezent mit frischen Kräutern verfeinert werden.

 

Frischkäse statt Milch und Schmelzkäse
Entgegen landläufiger Meinung wird Milch keineswegs "gut vertragen". Im Gegenteil, sie hemmt oft die Tätigkeit des Verdauungstraktes und belastet das lymphatische System. Hierauf wies schon vor Jahrzehnten der Wiener Arzt Bernhard Aschner hin. Von daher lehnen Patienten mit Magen-Darm-Störungen Milch oft als "schlecht verträglich" ab. Da bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn womöglich Autoimmunprozesse im Spiel sind, sollte Milch als Lebensmittel mit hoher Allergenpotenz gemieden werden.

Schmelzkäse ist ein stark verarbeitetes Lebensmittel mit zahlreichen Zusatzstoffen und sollte daher möglichst gemieden werden. Verschiedene Frischkäsesorten (in Maßen) können allerdings auch vom Magen-Darm-Patienten vertragen werden.

 

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