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Praxis der Ernährung bei Gicht:

Am sinnvollsten für zu Hause ist die purinarme Diät mit max. 500 mg Harnsäure pro Tag, bzw. max. 3000 mg Harnsäure pro Woche.
In Nährwerttabellen wird jedoch meistens der Puringehalt angegeben. Das Dreifache des Puringehaltes ergibt den Harnsäuregehalt.

 

Ernährung bei GichtEmpfohlen wird:

1. Eine Normalisierung des Körpergewichts; bei vorliegendem Übergewicht steht eine langsame Gewichtsabnahme an erster Stelle, da bereits dadurch der Harnsäurespiegel gesenkt werden kann.

 

2. Harnsäurereiche Lebensmittel sind möglichst zu meiden (Innereien, Sprotten, Sardellen, Hülsenfrüche), harnsäurearme Lebensmittel zu bevorzugen (Kartoffeln, Reis, Obst, Milchprodukte, usw.). Die Fleisch- und Wurstportionen sollten reduziert werden und fettarm ausgewählt werden.

 

3. Zu beachten ist auch der Harnsäuregehalt von pflanzlichen Lebensmitteln. Bei unbedachter Auswahl von Hülsenfrüchten und Getreideerzeugnissen kann ebensoviel Purine aufgenommen werden wie bei einer Fleischmahlzeit.

 

Hier ein paar Beispiele:

+ 100 g Haferflocken 100 mg/Harnsäure
+ 100 g Vollkornbrot 60 mg/Harnsäure
+ 100 g Linsen, getrocknet 200 mg/Harnsäure
+ 100 g Rindfleisch 140 mg/Harnsäure
+ 100 g Rinderleber 360 mg/Harnsäure
+ 100 g Paprika 10 mg/Harnsäure


4. Vermeiden von alkoholischen Getränken, da Alkohol die Harnsäurebildung in der Leber steigert und die Harnsäureausscheidung über die Nieren hemmt. Alkoholfreies oder -armes Bier enthält etwa gleichviel Purine wie normales Bier.

 

5. Eine reichliche Flüssigkeitszufuhr von mind. 2-3 Liter pro Tag, um die Harnsäurekonzentration des Urins möglichst niedrig zu halten und damit auch einer Nierensteinbildung vorzubeugen. Günstig sind energiefreie Getränke. Kaffee und Schwarzer Tee, sowie Kakao und Schokolade stehen nicht auf der Verbotsliste, da die in ihnen enthaltenen Purine nicht zu Harnsäure abgebaut werden.

 

6. Darüber hinaus sollten die Empfehlungen der DGE für eine vollwertige Ernährung beachtet werden.

Eine purinarme Kost muss, um Gichtanfälle zu vermeiden, lebenslang eingehalten werden. Eine gesunde Lebensführung mit ausreichend körperlicher Aktivität, Verzicht auf das Rauchen und ein möglichst geringer Konsum von Alkohol kann die Ernährungstherapie unterstützen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

 

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